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Wissenschaftlich einmalige mittelalterliche Wasserzuführungsanlage zur Burg

Tiergarten-Tunnel mit großer Bedeutung als Bodendenkmal

Der Blankenheimer Tiergarten-Tunnel - der Ausgrabungsmannschaft ist es unter wissenschaftlicher Betreuung durch den Landschaftsverband Rheinland/Rheinisches Amt für Bodendenkmalpflege gelungen, dass Gelände dort aufzuschneiden, wo der mittelalterliche Wassertunnel wieder an die Erdoberfläche stößt.

Der Tiergarten-Tunnel von Blankenheim: Aus dem archäologischen Befund von Dr. Klaus Grewe vom Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege - als Broschüre: ISBN 3-88094-869-0.

Blankenheim. Bei einem Ortstermin im Winter '97/ 98 entpuppte sich ein bis dato sowohl von der Denkmalpflege als auch von der Bodendenkmalpflege undefiniertes Bauwerk im Hintergelände der Burg Blankenheim als großvolumiges Wasserreservoir .

Deutliche Kalksinterablagerungen an den Innenwänden dieses kellerartigen Gebäudes ließen ohne Zweifel eine Zweckbestimmung als Wasserbehälter zu. Bei der Suche nach der unverzichtbar dazugehörigen Wasserzuleitung zeigten sich im nördlich an das Wasserreservoir anschließenden Gelände Bodenmerkmale, die mit der Wasserzuführung in Zusammenhang gestanden haben müssen .

Dazu gehörten fünf trichterförmige Vertiefungen, die wie die Perlen einer Kette aneinandergereiht einer Linie über den Tiergarten-Berg folgen. Ein Zulaufgraben jenseits des Berges folgt dieser Linie und bildet mit den Trichtern zusammen den oberirdisch sichtbaren Teil eines Äquadukttunnels. Der gut 150 Meter lange Tunnel ist in der antiken Qanatbauweise - also von einer Kette von senkrechten Bauschachten aus - errichtet worden und durchsticht den Berg mit einer Überdeckung von bis zu 15 Metern.

Sondagen des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege im Sommer 98 brachten in einem der Trichter die Ausmauerungen eines der fünf Tunnelbauschächte zutage, der rund 11 Meter Tiefe hatte. Im Zulaufgraben brachte eine Sondage die in Stein ausgemauerte Rinne der ehemaligen Wasserleitung an das Tageslicht. Diese muss das Wasser ehemals aus mehr als einem Kilometer Entfernung herangeführt haben. Die Quellfassung ist zwar zerstört, aber die Quelle selbst spendet auch heute noch Wasser.

Die Reste eines kleinen Staudammes im oberen Bereich des Tales "ln der Rhenn" könnten ebenfalls mit dieser Wasserversorgung der Burg Blankenheim in Zusammenhang gestanden haben.

Ein Holzrohr in der Schausammlung des Eifelmuseums erscheint seit der Diskussion über den Tiergarten-Tunnel in einem neuen Licht. Es stellte sich nämlich heraus. dass das 1938 gefundene Rohr aus dem Leitungsverlauf zwischen Quelle und Tunnel stammt.

Das Rohr aus Buchenholz ist inzwischen dendrochronologisch untersucht worden, wobei als Falldatum das Jahr 1468 nachgewiesen werden konnte. Damit liegt die Bauzeit der Wasserleitung und des Tunnels zeitgleich mit dem Herrschaftwechsel auf Burg Blankenheim.

Als Bauherr kommt daher nur Graf Dietrich III. von Manderscheid in Frage, der nach dem Tode von Graf Wilhelm II. und dem Aussterben des Blankenheimer Grafengeschlechts 1468 die Grafschaft geerbt hatte.

Da Tunnelbauten unter den Bodendenkmälern allein von der geringen Anzahl her eine herausragende Rolle einnehmen gehört der Blankenheimer Tiergarten-Tunnel zu einer äußerst seltenen Gattung unter den Technikdenkmalern des Rheinlandes Es steht von der Bedeutung her in einer Reihe mit dem römischen Drover Berg-Tunnel bei Düren und dem hochmittelalterlichen Fulbert-Stollen am Laacher See.

Grewe: "Durch aufwendige Restaurierungsarbeiten ist ein eindrucksvolles technikgeschichtliches Ensemble entstanden!"

 Wochenspiegel 36. Woche. 06.09.2000


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Der Tiergartentunnel - Beschreibung

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