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Alte Wasserleitung in Blankenheim wird im
September eingeweiht
Beleuchtung gibt Einblick in Bauwerk
des Mittelalters


Von Manfred Hilgers

Blankenheim. "Nach den heutigen Erkenntnissen dürfte das Leben auf der Burg Blankenheim im Mittelalter hoch entwickelt gewesen sein", berichtete gestern Diplomingenieur Harry Bons, der sich mit der Geschichte Blankenheims im Rahmen seiner Arbeit im Förderverein "Burg Blankenheim" beschäftigt. Der Verein ist sehr rührig und unter seiner Leitung ist der Aufbau und die Nutzung der Burg in den letzten Jahren vorangetrieben worden. Mit vereinten Kräften bringt der Verein Leben ins alte Rittergemäuer, wie das um 1468 Graf Dietrich III. von Manderscheid-Blankenheim auch getan hat. Damals war einiges los auf der Burg: Ritterspiele und Gelage. Der Graf war sehr vermögend und hat, für die damaligen Zeiten ungewöhnlich, eine Fernwasserversorgung zur Burg bauen lassen. 

Blick in die Tunnelanlage

Teile dieser Wasserleitung hat man um die Jahrhundertwende beim Bau der Bahnlinie durchs Ahrtal
im Bereich des heutigen Bahnhofes gefunden. Es handelt sich um ein Stück einer Holzrohrwasserleitung, die das Wasser aus dem Quellgebiet, dem Bereich der Firma Diehl, herüber zum Tiergarten führte. Der liegt als natürlicher Wall vor der Burg. Das Rohr konnte zurückdatiert werden auf den Zeitraum um 1400 und ist
heute im Museum von Blankenheim zu sehen. Über die Jahrhunderte ist die Wasserleitung dann vergessen
worden. Auch die Bodendenkmalbehörde hatte keine Kenntnis davon, bis Harry Bons Dr. Klaus Grewe vom
Rheinischen Landesmuseum Bonn für Probeschürfungen gewinnen konnte. Dr. Grewe ist ein Spezialist für römische Wasserleitungen. Er zeigte sich hocherfreut, denn die Leitungstrasse in Blankenheim ist in unterschiedlichen Techniken gebaut worden, abschnittsweise als Gefällleitung, als Druckrohrleitung und als Aquädukttunnel. Nach Dr. Grewe nimmt die Wasserversorgung der Blankenheimer Burg im ausgehenden Mittelalter eine herausragende Stellung ein. 

"Bei diesem Bauwerk kam eine Bautechnik zur Anwendung, die ihre Wurzeln in der Frühzeit der 3000-jährigen Geschichte des Tunnelbaus hat", schwärmt Dr. Klaus Grewe. Nach diesem Verfahren bauten schon die Perser kilometerlange Tunnel zu den Wasserversorgungen der Oasen. Auch die Römer haben
diese Technik bevorzugt angewandt. Das Prinzip besteht darin, das in relativ kurzen Abständen von oben Trichter zum Tunnel gegraben wurden, um Richtungsfehler zu vermeiden. Genau diese Trichter sind heute noch im Tiergarten zu sehen und der Laie könnte sie irrtümlich für Bombenlöcher halten. 

Durch Trichter mit Frischluft versorgt 

Durch die Trichter wurden die Bauleute im Schacht mit Frischluft und Material versorgt. Später wurden durch diese Öffnungen die Leitungen gewartet. Mit dieser Wasserversorgung, die auf den letzten 150 Metern unter dem Tiergarten hindurch in bergmännischer Art gebaut wurde, waren die Grafen unabhängig von der Wasserversorgung aus ihren Zisternen, die je nach Witterung im Sommer schnell versiegen konnten. Die neue Wasserleitung war sogar vor Frost sicher, weil sie tief in der Erde lag. 

Im natürlichen Gefälle wurde mit dem Wasser ein mächtiger Springbrunnen betrieben und die Blumen im
Rosengarten bewässert. Des weiteren wurde das Wasser für die der Burg vorgelagerten Turnierplätze gebraucht. Es gab nämlich ausgedehnte Reitanlagen sowie einen großen Tiergarten, in dem die Grafen jagen konnten. Er ist heute in Privatbesitz. 


Außenanlage Tiergartentunnel

Die unterirdische Wasserleitung ist jetzt in Teilen freigelegt und wird am 10. September eingeweiht. Dazu sind schon 500 Gäste eingeladen worden. Damit erhält die Gemeinde Blankenheim eine werbeträchtige Attraktion. Unterstützt wurde das Projekt vom Land NRW, dem Bodendenkmalamt, der NRW-Stiftung, dem Naturpark Nordeifel, den örtlichen Vereinen und der Gemeinde Blankenheim. Ohne den tatkräftigen Einsatz der Männer des Fördervereins der Burg wäre wohl dieses historische Bauwerk für immer verschwunden geblieben. 

Kölnische Rundschau vom 29.07.2000


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Der Tiergartentunnel - Beschreibung

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