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Tiergarten-Tunnel

Technik-Denkmal von

europaweiter Bedeutung

Blankenheim - Die Großereignisse an der Ahrquelle häufen sich: Am vergangenen Wochenende stand die moderne Kunst im Mittelpunkt der Feierlichkeiten in Blankenheim, kommenden Sonntag ist es ein Technik-Denkmal von europäischer Bedeutung, dessen Freilegung gebührend gefeiert werden soll. 

Eingang des Tiergartentunnels

Dr. Andreas Lange (links), Vorsitzender des Fördervereins, 

und Bauleiter Harry Bons vor dem Eingang des Tiergartentunnels.

Der Tiergarten-Tunnel wird nach rund einjährigen Renovierungsarbeiten der Öffentlichkeit vorgestellt.

Zugleich ist dieses Projekt ein herausragendes Beispiel dafür, mit welchem Engagement die Bürger und Vereine sich für ihre Heimat einsetzen.

Diese neue Attraktion hat Blankenheim vor allem dem beherzten Eintreten von Harry Bons zu verdanken. Der pensionierte Bauingenieur hatte in seiner Jugend oft in den Überresten des historischen Bauwerks gespielt. Am 5. November 1997 meldete er sich bei der Denkmalbehörde.

Ein erster Besuch von Klaus Grewe vom Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege weckte schnell das Interesse der Denkmalschützer. Grewe erkannte in dem großen Steinkeller, der in der Nähe der Burg Blankenheim in den Berg gehauen war, anhand der Kalkablagerungen ein historisches Wasserreservoir.

Schachtfreilegung beim Tunnelbau in Blankenheim

Mit einem großen Bohrer wurde im Herbst letzten Jahres der erste 

Schacht freigelegt, der im Mittelalter zum Tunnelbau errichtet wurde.

Da weit und breit keine Quelle zu finden war, musste das kostbare Nass also von anderswo in das Reservoir geleitet worden sein.

Geheimnisse gelüftet.

Mit Hilfe akribischer Forschungen wurden nach und nach die Geheimnisse rund um den Steinkeller gelüftet. Um allzeit frisches Trinkwasser zu haben, hatten die Blankenheimer Burgherren im ausgehenden Mittelalter eine hochmoderne Wasserleitung zu ihrer Festung verlegen lassen.

Quelle und Burg trennte allerdings der Hügel mit dem Tiergarten. Deshalb ließ vermutlich Graf Dietrich III. einen 150 Meter langen Tunnel durch den Berg brechen. 

Bei der Wiederentdeckung des für Nordrein-Westfalen einzigartigen Wasserleitungs-Tunnels waren auch Notizen hilfreich, die der 15-jährige Blankenheimer Notariatslehrling Peter Schumacher im Jahre 1888 verfasst hatte.  

Durch den Berg "zog sich auch die Wasserleitung hin dem Schlosse zu, nachdem sie sieben bis zehn Minuten die Ackerfelder durchlaufen hatte. Ihr Ursprung war in der Renn, nordwestlich von Blankenheim, woselbst der viereckig in Stein gemauerte Brunnen noch vorhanden ist", berichtete der Jüngling in seinem Tagebuch.

Bei Bauarbeiten für die Ahrtalbahn wurden schon Anfang des letzten Jahrhunderts alte Holzrohre entdeckt, die jedoch nicht mehr erhalten sind. Vermutlich im Jahr 1938 wurde bei Arbeiten für ein Betonfundament ein weiteres Stück Rohr aus Buchenholz entdeckt, dass im Eifelmuseum aufbewahrt wurde.

Eine dendro-archäologische Untersuchung ergab, dass der betroffene Baum im Jahr 1468 gefällt worden war. Die rund 400 Meter lange Holzleitung zwischen Quelle und Tunneleingang hatte, wie man heute weiß, eine weitere Besonderheit: Sie führte durch einen rund zwölf Meter Hang wieder empor steigen konnte.

Der eigentliche Tunnel ist rund 150 Meter lang und wurde im "Quanat-Verfahren" errichtet, dass die Perser vor rund 3000 Jahren entwickelten. Von zwei Mundlöchern und fünf Bauschächten aus wurde der Tunnel in sechs kleineren Abschnitten durch den Berg gebrochen. Bauschacht Nummer IV reichte mit 15 Metern Teufe am tiefsten in den Berg hinein. 

Am Ende des Tunnels floss das Wasser in den Felsenkeller. Von dort aus muss vor über fünfhundert Jahren auch eine Verbindung zur Burg gebaut worden sein. Denn ein Kellerraum der Burg wurde früher als Zisterne genutzt, und im Burghof gab es einen weiteren Wasserbehälter.

Nachdem die Details des historischen Bauwerks geklärt waren, machte sich der "Förderverein Burg Blankenheim" an die Arbeit, um das Technikdenkmal freizulegen.

Insgesamt 160 000 Mark wurden aufgetrieben. Nicht nur die NRW-Stiftung, der Naturpark Nordeifel und die Gemeinde gaben Zuschüsse, sondern auch fast sämtliche Blankenheimer Vereine griffen tief in ihre Kassen.

Harry Bons reaktivierte sein Fachwissen als Bauingenieur und wachte als Bauleiter über die Freilegungsarbeiten. "Rund 2000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben wir geleistet", erklärte Bons bei einem Ortstermin.

Mit der feierlichen Einweihung am Sonntag ist das Projekt noch lange nicht beendet. "Mit Hilfe magnetometischer Messungen haben wir im Untergrund zwischen Quelle und Tunneleingang kleine Störungen entdeckt", berichtete Klaus Grewe. Er vermutet, dass unter den Wiesen noch "Deichelringe" liegen.

Denkmalpfleger Klaus Greve will noch weitere Teile der 

mittelalterlichen Wasserleitung erforschen. (Bilder Puderbach)

Mit diesen eisernen "Deichelringen" wurden früher die einzelnen Holzrohre untereinander zur Druckwasserleitung verbunden. Schon bald will man nach diesen Ringen graben. Später soll dann nach der Verbindung zwischen Felsenkeller und Burg gesucht werden.

Nach so viel Arbeit wird am Sonntag ab elf Uhr erst einmal an der neuen Touristenattraktion gefeiert. Neben Führungen durch das Technikdenkmal gibt es bei dem großen Volksfest natürlich auch Speis und Trank sowie musikalische Darbietungen Blankenheimer Vereine.

Eigentlich wollte auch Bundespräsident Johannes Rau in die Eifel kommen. Doch der höchste Repräsentant des Staates erholt sich von seiner schweren Operation.

Archiv der Rubrik Euskirchen/Eifel vom 06.09.2000:


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