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17. Die Trasse der oberen Ahrtalbahn 

Es war ein Ereignis, das den „Eifeler Nachrichten“ eine Sonderausgabe wert war: Die Eröffnung der Bahnstrecke Ahrdorf -Blankenheim (Wald) am 1.Mai 1913. Bei diesem 1913 eingeweihten Streckenabschnitt handelte es sich um eine Querverbindung zwischen den damals bereits vorhandenen Strecken Remagen – Adenau (um 1885 erbaut) und der Strecke Köln – Trier (1869). Mit den Arbeiten war am 1. April 1910 begonnen worden, so daß auch im nachhinein die recht kurze Bauzeit erwähnenswert ist. Neben dem Personenverkehr war der Hauptzweck für den Bau dieser Bahnlinie der Material- und Truppentransport im Kriegsfalle. 

Die Trassenführung war nicht unproblematisch, was sich schon in der Länge der ausgebauten Strecke ausdrückt. Schließlich war für die Bahn eine Strecke von 24,9 km auszubauen gewesen, während die Landstraße für dieselbe Verbindung nur 18 km benötigte. Neben den Bahnhöfen Ahrdorf und Blankenheim (Wald) befanden sich an der Strecke fünf weitere Bahnhöfe, nämlich Dollendorf, Freilingen, Mülheim, Blankenheim und Blankenheimerdorf. 

Größere Brückenbauwerke führten die Bahn über die Ahr, über den Lampertsbach und über die Urft. Erhebliche Schwierigkeiten haben die drei Tunnel bereitet. Die Trasse des Tunnels bei Ahrdorf (399 m lang) beschrieb in ihrem gesamten Verlauf eine Kurve, was in damaliger Zeit noch als technische Besonderheit beschrieben wurde. Der Tunnel durch den Finkenberg bei Blankenheim wurde 314 m lang. Geologische Probleme schon während der Bauzeit erforderten mehrfache Verstärkungen des Gewölbes und den Einbau von eisernen Gurtbögen. Der dritte Tunnel (112 m lang) lag beim Blankenheimer Bahnhof unter der Provinzialstraße nach Köln. Er war – wie die anderen auch – voll ausgemauert. 

All diese Arbeiten waren nur durch den Einsatz von zahllosen Arbeitskräften und auch Maschinen möglich. Die Arbeiter wurden in der Umgebung angeheuert, sodaß der Bahnbau für viele Männer aus den anliegenden Dörfern für eine gewisse Zeit Arbeit bot und einen Zusatzverdienst ermöglichte. Es wurden aber auch Gastarbeiter in großer Zahl beschäftigt: Diese Männer kamen aus ganz Deutschland, aber auch vom Balkan, aus Holland, Frankreich und Italien. Die Angaben über die Zahl der eingesetzten Arbeiter schwanken zwischen 1500 insgesamt und 5000 fremden Arbeitern allein in der Bürgermeisterei Blankenheim. Die für den Bahnbau eingesetzten Dampfhammer imponierten schon den Zeitgenossen: „ ... und es waren mehrere im Einsatz!“ 

Nach der Eröffnung am 1. Mai 1913 diente die Bahn eine zeitlang dem Personenverkehr: In beiden Richtungen wurde die Strecke täglich von vier fahrplanmäßigen Zügen befahren. Im Ersten Weltkrieg wurde sie dann hauptsächlich für Material- und Truppentransporte genutzt. Auch im Zweiten Weltkrieg hatte die Bahn als Nachschubstrecke Bedeutung. Beim Näherrücken der Front dienten die Tunnel tagsüber als Versteck für Munitions- und Treibstoffzüge. Nach Kriegsende wurden der Blankenheimer Tunnel und zahlreiche Brücken gesprengt, dann aber wiederhergestellt, so daß ab 1951 der Güterverkehr zwischen  Blankenheim (Wald) und Ahrdorf wiederaufgenommen werden konnte. Der ab 1954 zwischen Blankenheim (Wald) und Mülheim wiederaufgenommene Personenverkehr wurde schon 1958 wieder eingestellt. Am 3. März 1961 erfolgte die offiziell letzte Güterzugfahrt auf der Strecke Blankenheim (Wald) und Ahrdorf. (K.G.)

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