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5. Die Druckleitungstrasse

  Wird die Blankenheimer Anlage schon durch den Tunnelbau unter den Technikbauten des späten Mittelalters hervorgehoben, so fällt sie auch in der weiteren Betrachtung noch einmal besonders auf. Denn auch im vor dem Tunnel gelegenen Trassenabschnitt entdeckten wir eine technische Besonderheit: Dieser Trassenabschnitt ist mit einer aus Holzrohren bestehenden Druckleitung ausgestattet gewesen.

 Auf das Jahr 1468 (oder 1469) als Baujahr hatte die dendrochronologische Untersuchung eines hölzernen Wasserrohres hingewiesen, das in diesem Trassenabschnitt gefunden worden war. Das für die Untersuchung zur Verfügung stehende Rohrstück stammt aus einem von insgesamt zwei Holzrohrfunden, die 1910-13 und noch einmal 1938 beim Blankenheimer Bahnhof gemacht worden waren. Schon die Fundlage dieser Rohre deutete darauf hin, daß das zwischen Quelle und Tunnel liegende – und an dieser Stelle 12 m tief eingeschnittene -  Tal nicht von einer Gefälleleitung umfahren worden war, sondern daß man sich hier für die Verlegung einer Druckrohrleitung entschieden hatte. Die Zufallsfunde der Rohrstücke (Deicheln) ließen den ungefähren Verlauf der Leitung durch das Tal ohne weitergehende Untersuchungen festlegen. Darüber hinaus gaben sie aber auch bereits einen Hinweis auf die außergewöhnliche Ausführung dieses Siphons, nämlich als Holzrohrleitung (Deichelleitung), die immerhin einem Druck von 1,2 bar standzuhalten hatte. Diese Technik der Rohrverlegung ist außergewöhnlich, denn aus der Antike ist bekannt, dass man Druckleitungen eher aus Blei-, Stein- oder Tonrohren gebaut hat. Auch die Druckleitungen der mittelalterlichen Klöster hat man in der Regel aus Bleirohren gebaut. Im mittelalterlichen  Burgenbau nimmt die Wasserleitung von Burg Blankenheim mit ihrem Tunnel und der Druckleitung auch in dieser Hinsicht eine Sonderstellung ein.

 Wenn auch die Technik der Taldurchfahrung dieser Wasserleitung aus Zufallsfunden ersichtlich war, so blieben weitere Fragen auch zu dieser Druckleitung offen. Da die Fundstellen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bezüglich ihrer Lage nur beschrieben waren, galt es, den exakten Verlauf der Druckleitung zu bestimmen. Darüber hinaus war von Interesse, ob von der Leitung noch Reste im Boden verborgen sind und welchen Erhaltungszustand diese aufweisen. 

Um den genauen Verlauf der unterirdisch verlegten Leitung festzustellen, wurde auf einer Weide im ansteigenden Teil der Trasse eine Kartierung des magnetischen Feldes vorgenommen. Das Ergebnis der durchgeführten Magnetometermessungen ist für die archäologische Untersuchung der Wasserversorgung der Burg Blankenheim ein außerordentlicher Glücksfall, obwohl im Meßbild von den Holzrohren nichts nachzuweisen war. Statt dessen zeigten sich aber die magnetischen Auswirkungen der Holzverbindungen, da sich die aus Eisen hergestellten Manschetten -  die sog. Deichelringe -  erhalten hatten. Im ansteigenden Teil der Druckleitungsstrecke konnten auf diese Weise rund 70 Deichelringe nachgewiesen werden, wodurch der Trassenverlauf in diesem Abschnitt auf rund 150 m Länge festgestellt war. Die Längen der einzelnen Holzrohre sind unterschiedlich bei einer mittleren Länge von rund 2 m. (K.G.)

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[1. Das Urfttal als Natur- und Kulturraum] [2. Das Naturschutzgebiet Haubachtal] [3. Der Staudamm in der „Rhenn“] [4. Die Brunnenstube „Alte Quelle“] [5. Die Druckleitungstrasse] [6. Der Tiergartentunnel] [7. Das Wasserhäuschen] [8. Der Barockgarten] [9. Burg Blankenheim] [10 Eifelpanorama] [11 Hügelgrab] [12. Österreichische Schanzen I] [13 Hängebuche] [14 Österreichische Schanzen II] [15 Römerstrasse] [16 obr> [16 Altenburg] [17. Die Trasse der oberen Ahrtalbahn] [18. Das Urfttal als Natur- und Kulturraum]